Working Tests

Der RCS veranstaltet jedes Jahr mehrere Working Tests in den Klassen Novice, Intermediate und Open für die Retrieverrassen, verteilt über die ganze Schweiz. Die Daten können Sie in der Agenda nachschauen oder aber auf den Unterseiten der einzelnen Working Tests.

Foto Thore Brockhoff
Foto Thore Brockhoff

Der Ursprung der Dummyarbeit

Anfang des 20. Jahrhunderts veranstalteten die Engländer ihre ersten Field Trials, Prüfungen im Feld, wie man es auch für die Setter und Pointer kannte, d.h. es wurde anlässlich einer Niederwild- oder Vogeljagd die Arbeit der Hunde bewertet, und damit auch die Zuchttauglichkeit. Denn damals zählte nur die Arbeitsleistung für die Zucht! Was aber, wenn im Frühjahr und Sommer die Schonzeit des jagdbaren Wildes einsetzte?
Die Briten waren erfinderisch, sie stellten grüne Beutel her, die in etwa das Gewicht eines kleinen Vogels hatten und im Abstand vom Hund bis zu 150m weit geworfen werden konnten.
So simulierten sie die Vogeljagd! Flugbahnen, Fallstellen oder Beute, die sie im Buschwerk versteckten, stellten die Hunde vor interessante Herausforderungen. Es wurde enorm viel Wert daraufgelegt, dass die "Trocken-Übungen" der richtigen Jagd nachempfunden waren, die einzelnen Aufgaben sollten möglichst jagdnah gestaltet sein. Ein Adäquat zur Jagd um züchterische Überlegungen anzustellen. Und so wurden aus den Übungen auch Prüfungen, Working Tests eben!

Wenn Sie sich nun fragen, was Sie an einem solchen Working Test erwarten könnte und was vom Richter in etwa wie bewertet wird, lesen Sie die folgenden Erklärungen zu den einzelnen Aufgaben und ihren Tücken.

Mark und Doppelmark

Wie schon der Name sagt, geht es bei einer einzelnen Markierung ("single mark") darum, den Hund auf Anordnung des Richters zum geworfenen Dummy zu schicken und es schnellstmöglich apportieren zu lassen. Der Wurf des Dummys erfolgt meist unter Schussabgabe oder allenfalls unter Benutzung einer anderen Geräuschquelle.
Das Doppelmark (zwei geworfene Dummies) fordert vom Hund eine gesteigerte Merkfähigkeit und, da der Führer das zuerst zu holende Dummy vorgibt, einen guten Gehorsam.
Mögliche Schwierigkeiten

  • Der Hund soll stillsitzen und erst auf Befehl apportieren (nicht von sich aus losrennen)
  • Der Hund hat dasjenige Dummy zuerst zu holen, das ihm der Führer vorgibt
  • Der Hund soll das Dummy umgehend (ohne Ehrenrunde beim Werfer, beim Richter etc.) zum Führer zurückbringen
  • Das Dummy soll unversehrt sein (d.h. keine Einbisse zeigen)
Blind (nicht sichtiges Dummy)

Beim "Blind" geht es darum, den Hund mittels Einweisen (unter Einsatz von Pfeife und Handzeichen) in die vorgegebene Richtung möglichst direkt an einen bestimmten Punkt zu bringen, wo das Dummy versteckt ist.
Mögliche Schwierigkeiten

  • Der Hund läuft nicht in die richtige Richtung oder er läuft nicht geradeaus
  • Dem Hund fehlt die Motivation in die angegebene Richtung zu gehen, weil er nichts gesehen oder gehört hat
  • Dem Hund fehlt das Vertrauen in seinen Führer
  • Der Hund geht zu wenig weit / zu weit; er kann nicht in einem bestimmten Bereich gehalten werden
Frei Verloren Suche

Bei der "Frei Verloren-Suche" (hy lost) soll der Hund dazu angeregt werden, in einem bestimmten Gebiet zu suchen. Im Gegensatz zum "Blind", liegen oft mehrere Dummies ausgelegt.
Mögliche Schwierigkeiten

  • Der Hund läuft zu weit / zu wenig weit und lässt sich nicht in einem bestimmten Bereich halten
  • Der Hund tauscht sein Dummy gegen ein anderes
  • Der Hund riecht erst ein Dummy, sucht weiter und apportiert ein anderes (sogenanntes "blinken", engl.
    "blink" heisst "absichtlich übersehen")
  • Der Hund lässt sich von anderen Geräuschen / Vorgängen irritieren und lässt das Dummy fallen
Gehen in der Linie

In der Line geht es darum, in einer Gruppe von 2 - 8 Personen gemeinsam auf einer Linie über ein Feld zu gehen. Ein Schuss wird abgegeben und in Sichtweite fällt ein Dummy. Der unangeleinte Hund wartet solange, bis er von seinem Führer zum apportieren gesandt wird. Die nicht arbeitenden Hunde in der Linie sollten ebenfalls ohne Einwirkung ruhig sitzen. Wenn ein Hund gearbeitet hat, geht die Gruppe weiter.

Mögliche Schwierigkeiten

  • Der Hund läuft nicht neben seinem Führer, sondern zu weit vor oder er bleibt zurück
  • Der Hund löst sich ohne Kommando vom Führer (er springt ein / rennt rein), z.B. bei der Schussabgabe oder wenn er seinen Nachbarhund arbeiten sieht
  • Der Hund wird nervös und bellt, jault, winselt oder wälzt sich am Boden
Treiben

Eine Gruppe von Hunden und ihren Führern stellt sich in einer Linie auf und bleibt während dem ganzen
Treiben an Ort. Ein simuliertes Treiben mit viel Getöse soll (nicht vorhandenes) Wild aus dem Wald, dem Unterholz treiben. Schüsse fallen, es klatscht, es dröhnt etc. Im Anschluss daran wird der Hund für einen Apport geschickt.
Mögliche Schwierigkeiten

  • Der Hund springt beim Klamauk ein
  • Der Hund verhält sich nicht ruhig und bellt, jault, winselt
  • Der Hund läuft in die falsche Richtung
Wasserarbeit

Zur Arbeit mit dem Retriever gehört auch die Arbeit am und im Wasser. Sämtliche oben beschriebenen Grundsituationen können auch am Wasser verlangt werden.
Mögliche Schwierigkeiten

  • Der Hund springt ins Wasser, bevor er sollte ("einspringen")
  • Der Hund verweigert das Wasser (zu tief, fliessendes Gewässer, schmutzig, kalt)
  • Der Hund legt das Dummy beim Herauskommen aus dem Wasser ab und schüttelt sich, bevor er es zum Führer bringt
Unerwünschtes Verhalten
  • Der Hund gehorcht seinem Führer nicht im Umfeld einer Prüfung
  • Der Hund hält das Dummy sehr unruhig im Maul. Häufig verschlimmert sich dies, so dass er zu stark zubeisst und das Dummy «löchert»
  • Der Hund legt das Dummy auf dem Rückweg ab
  • Der Hund gibt das Dummy nicht sauber seinem Führer in die Hand (es muss mit Gewalt aus dem Fang genommen werden, es wird auf den Boden gespuckt)

Seinen Hund leise und mit möglichst wenig Worten zu lenken, d.h. möglichst wenig aber effiziente akustische und visuelle Einwirkung, das ist die hohe Kunst des «handlings». Eine körperliche Bestrafung oder eine Berührung während den Übungen führen zum Ausschluss.

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